
zur Teilnahme an der
Demonstration im Rahmen der Liebknecht-Luxemburg-Ehrung am
15. Januar 2012
um 10.00 Uhr vom
U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in
Friedrichsfelde
Aus dem Zuchthaus Luckau schrieb Karl
Liebknecht am 18. März 1917 an seinen Sohn:
"Der
Krieg und die vielen Mängel der Welt plagen und
bekümmern Dich - jawohl - sie müssen jedes
Gemüt umdüstern; aber aus der Nacht gibt´s
Rettung, nur eine Rettung freilich: den Entschluss, die Beseitigung
dieser Übel sich zum Lebenszweck zu setzen. Nur das Leben ist
unmöglich, das alles laufen lassen wollte, wie es
läuft. Nur das ist möglich, das sich selbst zu opfern
bereit ist, zu opfern für die Allgemeinheit." Karl
Liebknecht und Rosa Luxemburg blieben da noch 21 Monate
Lebenszeit.
Am 15. Januar 1919
wurden sie von der Reaktion ermordet. Ihrem selbstgewählten
Anspruch blieben sie treu bis in den Tod. Für diese unbedingte
Lauterkeit ihres Charakters, die Konsequenz ihres Handelns und die
unbestechliche Klarheit ihres Denkens hatten sich Rosa und Karl den
Hass des sich damals wie heute der Profitmaximierung verpflichteten
Systems zugezogen.
So wie sie wollen auch wir nicht einfach
alles laufen lassen, wie es läuft. Wir demonstrieren gegen
imperialistische Kriege und alle aggressiven Bestrebungen der EU und
der NATO. Wir demonstrieren gegen jegliche Auslandseinsätze
der Bundeswehr ebenso, wie gegen jede Art indirekter deutscher
Kriegsbeteiligung und gegen die horrenden Rüstungsausgaben und
mörderischen Rüstungsexporte.
Unsere Sympathie gilt allen
Bestrebungen, den US-amerikanischen Hegemonieanspruch
einzudämmen. Mit Hoffnung blicken wir auf die
revolutionären Bewegungen Lateinamerikas und das
sozialistische Kuba. Unsere ausdrückliche Solidarität
gehört dem palästinensischen Volk und der
israelischen Friedensbewegung. Wir wenden uns gegen alle
neokolonialistischen Machenschaften - exemplarisch die dreiste und
blutige NATO-Aggression gegen Libyen. Wir sind solidarisch mit all
jenen Kräften, die sich schon seit Jahrzehnten für
eine tatsächliche Unabhängigkeit des afrikanischen
Kontinents von neokolonialen und neoliberalen Ausbeutungsstrukturen
einsetzen.
Wir demonstrieren gegen wachsende
Arbeitslosigkeit, gegen die unerträgliche Ausweitung des
Niedriglohnsektors und besonders gegen die moderne Sklaverei der
Leiharbeit. Wir demonstrieren gegen den grassierenden Sozialabbau und
die damit einhergehende Entwürdigung von Millionen Menschen.
Wir stellen uns gegen die unverschämten
Beschränkungen bürgerlicher Freiheitsrechte unter der
Flagge der Terrorbekämpfung.
Wir wehren uns gegen die stetig
aggressiver agierenden Nazis und dagegen, dass diese in
völliger Legalität mit profaschistischen Slogans
Wahlkampf führen dürfen. "GAS geben", hieß
es bei der NPD; zynisch die Erinnerung an die Shoa suggerierend.
"Wählen gehen für Thilos Thesen" plakatierte die
´Bürgerbewegung´ "Pro Deutschland". Dieser
Slogan steht - ob der es will oder nicht - für Sarrazin und
die ihn puschenden Medien und somit für millionenfach
veröffentlichten Rassismus, Nationalismus und
Sozialchauvinismus. Wir demonstrieren gegen jeglichen Rassismus, gegen
Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Nationalismus. Dem
Antifaschismus, der internationalen Solidarität und dem
Humanismus fühlen wir uns unbedingt verpflichtet.
Wir - Linke unterschiedlicher
Strömungen - werden am 15. Januar 2012
friedlich unsere Standpunkte und Forderungen bekunden. Wir rufen zu
einem breiten Bündnis auf.
sowie um 15.00 Uhr von der
Joachimsthaler Straße/Ecke Kurfürstendamm zum
Olof-Palme-Platz und zu den Gedenktafel/-stein im Tiergarten